1933
Januar
30. Januar
- Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler: »Machtergreifung« der Nationalsozialisten
28. Februar
- Verordnung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg »zum Schutz von Volk und Staat« als Folge des Reichstagsbrandes setzt Grundrechte außer Kraft
März
23. März
- »Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat« (»Ermächtigungsgesetz«): Parlament verliert Gesetzgebungsrecht, das auf die Regierung Hitler übergeht
April
- Aufhebung der Zulassung von jüdischen Anwälten und Ärzten (Ausnahmeregelung für jüdische Frontkämpfer)
- Ausschluss jüdischer Lehrer aus Lehrervereinen
- Numerus Clausus für Schulen und Hochschulen: Zahl der jüdischen Schüler und Studenten auf 1,5 Prozent der Gesamtzahl beschränkt
- Anwendung des »Arierparagraphen« in vielen Sport- und anderen Vereinen
- Verbot des Schlachtens nach jüdischem Ritus
- Entlassung »nicht-arischer« Kommunalbeschäftigter und wissenschaftlichen Personals der Technischen Hochschule Stuttgart
1. April
- Boykott jüdischer Geschäfte, Praxen und Kanzleien durch die SA (Sturm-Abteilung der NSDAP); in Stuttgart werden die Kaufhäuser Kadep, Schocken und Tietz blockiert
7. April
- »Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums« (»Arierparagraph«): Ausschaltung unter anderem aller »nicht-arischen« Beamten; als »Arier« gelten nach der »Rasselehre« der Nationalsozialisten die Deutschen und wenige andere (nord-)europäische Völker; »Nicht-Arier«, vor allem Juden und Slawen werden als minderwertig eingestuft (Ausnahmeregelung für jüdische Frontkämpfer); am 4. Mai Erweiterung auf Angestellte und Arbeiter im Öffentlichen Dienst; Politische Säuberung der Stuttgarter Stadtverwaltung
Mai
7. Mai
- Wehrmacht kündigt jüdischen Mitarbeitern
10. Mai
- Bücherverbrennungen durch die »Deutsche Studentenschaft«
Juli
14. Juli
- »Gesetz über Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit« (wendet sich vor allem gegen Juden aus Osteuropa)
20. Juli
- Verschärfung des »Arierparagraphen«: Auch jüdische Frontkämpfer sind fortan einbezogen
23. Juli
- »Arierparagraph« wird im »Reichsverband Deutscher Schriftsteller« eingeführt
26. Juli
- Auswanderung der Juden offiziell erwünscht; mit der Einführung der »Reichsfluchtsteuer« beginnt die Ausplünderung der Auswanderer
August
17. August
- »Arischer« Ehepartner für Beamte erforderlich
- In zahlreichen Orten ist für Juden der Besuch von öffentlichen Bädern und Stränden verboten
September
22. September
- »Reichskulturkammergesetz«: Ausschluss von Juden aus den neu geschaffenen Kulturausschüssen; faktisches Berufsverbot für alle jüdischen Künstler und Journalisten
29. September
- »Reichserbhofgesetz«: Nur »Arier« dürfen bäuerliche Höfe bewirtschaften
November
7. November
- Übernahme des »Arierparagraphen« durch die Deutsche Reichsbahn
13. November
- Verbot der Tätigkeit als Schöffe oder Geschworener